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Professur ohne Promotion: Honorar- und Ehrenprofessuren

Der Weg zur Professur ist meist lang und steinig. Er führt über die Promotion, die Habilitation und oft eine Tätigkeit als Privatdozent. In einigen Sonderfällen ist es aber möglich, ohne Dissertation Professor zu werden.

Ohne Dissertation Professor werden kann man zum Beispiel in Fächern, in denen gar keine Promotion üblich ist. Das betrifft zum Beispiel Kunst-, Architektur- und Designstudiengänge. Hier ersetzen Ausstellungen in bedeutenden Museen, Auszeichnungen und Preise die Promotion.

Auch an einigen Fachhochschulen können Bewerber unter Umständen ohne Promotion Professor werden, etwa im Bereich der Rechtswissenschaften. Als Qualifikation müssen sie Lehrerfahrung und eine fünfjährige Praxistätigkeit - davon mindestens drei Jahre außerhalb der Hochschule - mitbringen. An privaten Fachhochschulen ist es ebenfalls möglich, ohne Promotion Professor zu werden. Berufspraktische Erfahrungen ersetzen in diesem Fall die Promotion.

Immer stärker verbreiten sich sogenannte Honorarprofessuren. Diese Professoren üben ihre Lehr- oder Forschungstätigkeit in der Regel nur nebenberuflich aus und werden oft aufgrund ihres Engagements in der Lehre ernannt. Als Qualifikation bringen sie wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen im jeweiligen Fachgebiet mit.

Einigen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Politik oder Kultur werden für wissenschaftliche, künstlerische oder politische Verdienste auch Ehrenprofessuren angetragen. Zum Professor h. c. oder honoris causa werden sie von den Kultus- und Bildungsministerien der Länder ernannt.