Lateinamerikanischer Tanz – Augenweide bei Turnieren
Tanzen gehört zu unserem Kulturkreis seit undenklichen Zeiten. Es vereint gesellschaftliche und sportliche Aktivitäten. Am Anfang stand der Gruppentanz, erst relativ spät entwickelte sich das Tanzen in Paaren.
Tanzen kann man auf völlig verschiedenen Anspruchsniveaus. Da sind die Tänzer, die sich gelegentlich auf die Tanzfläche begeben und sich einfach im Rhythmus der Musik bewegen. Es gibt auch nicht wenige Menschen (und im Moment nimmt die Zahl derer wieder zu), die eine Tanzstunde besucht haben und dort verschiedene Tänze wie Walzer, Foxtrott, Rumba oder Samba erlernt haben. Häufig gerät dieses Wissen beziehungsweise Können aber in Vergessenheit. Da Tanzen aber auch eine sehr gute Möglichkeit der zusätzlichen Bewegung im Alltag ist, sind inzwischen die Tanzschulen wieder gut besucht, sei es zu Tanznachmittagen oder –abenden, in denen man einfach Freude an der Bewegung hat, aber auch, weil den Teilnehmern ein Fest bevorsteht, bei dem sie gerne öffentlich zeigen wollen, dass sie gut tanzen können. Für den Abitur- oder Tanzstundenball der Kinder, für Hochzeiten und ähnliche Gelegenheiten wird also geübt.
Eine ganz andere Ebene des Tanzes ist der Turniertanz, dabei wird Tanzen wettkampfmäßig als Sport betrieben. Bei einem Turnier werden in der Regel zehn Tänze absolviert, sowohl Standardtänze wie auch die lateinamerikanischen Tänze. Betreibt man diesen Sport als Hobby, so ist nicht nur die körperliche Ausdauer gefragt, die man damit trainiert, sondern auch das Aussehen, vor allem die Kleidung. Die bei einem Turnier antretenden Paare werden beurteilt in den Wertungsbereichen Musik, Balancen, Bewegungsablauf, Charakteristik. In Letzterem wird vor allem darauf geachtet, wie der Stil, die historische Entwicklung und die Eigenarten bestimmter Tänze umgesetzt werden. Viele Paare spezialisieren sich zwischen den beiden Hauptrichtungen; lateinamerikanischer Tanz ist dabei sehr gefragt. Hierher gehören die fünf Tänze Rumba, Samba, Cha-Cha-Cha, Paso doble und Jive. Dabei ist es interessant, dass nur drei der hier genannten wirklich aus Lateinamerika stammen. Der Jive kommt aus Nordamerika, der Paso doble dagegen aus Spanien und Frankreich. Ein Kennzeichen aller lateinamerikanischen Tänze ist die Haltung der Tänzer, die hier nicht eng zusammentanzen, sondern weit auseinander ihre Tanzfiguren absolvieren. Schnelle Drehungen und der Wechsel von sehr dynamischen und ruhigen Phasen runden das Bild ab.