Die Fakten sprechen für uns

Fahrrad-Flickzeug: zur Sicherheit immer mit dabei

Glasscherben, spitze Steine und Dornen gehören zu den ärgsten Feinden des Radfahrers. Krallen sie sich in den Mantel, dann dauert es meist nicht mehr lang, bis auch der Schlauch schleichend oder abrupt die Luft verliert.

Im Alltag kostet so eine Reifenpanne vor allem unnötige Zeit. Meist ist man darauf nicht vorbereitet und muss sein Rad bis zur nächsten Haltestelle oder dem eigentlichen Ziel schieben. Eine Verspätung ist unumgänglich. Ein Loch zu flicken, dauert für Geübte hingegen kaum länger als fünf Minuten - hochwertiges Fahrrad-Flickzeug vorausgesetzt.

Das klassische Flickset besteht aus Gummiflicken in unterschiedlichen Größen und Formen, einer kleinen Tube Vulkanisierflüssigkeit, einem Stück Schleifpapier oder einer kleinen Metallraspel und Reifenhebern, mit denen man den Mantel von der Felge löst. Reifenheber bestehen meist aus Hartplastik und haben abgerundete Kanten, da sie auch verwendet werden, um den Mantel wieder auf die Felge aufzuziehen. Scharfkantige Werkzeuge könnten den Schlauch verletzen. Wenn das Loch nicht sofort sichtbar ist, pumpt man den Schlauch ein wenig auf und untersucht ihn mit einem Lochschnüffler. Das ist eine kleine, perforierte Plastikdose, die mit Styroporkügelchen gefüllt ist. Diese fangen an zu tanzen, wenn sie sich über dem Loch befinden. Wenn vorhanden, kann man den Schlauch auch unter Wasser halten oder auffällige Punkte mit Speichel befeuchten. Bläschenbildung verrät die Stelle, an welcher die Luft austritt. Hat man das Loch gefunden, raut man die Oberfläche mit der Raspel oder dem Schleifpapier leicht an. Der Bereich sollte die Größe des verwendeten Flicken haben. Anschließend entfernt man Schleifrückstände und trägt einen kleinen Tropfen der Vulkanisierflüssigkeit dünn auf die angeraute Stelle auf. Nach 3-4 Minuten sollte der Kleber trocken sein. Der Flicken muss von der Schutzfolie gelöst und möglichst blasenfrei auf dem Schlauch angedrückt werden. Dazu fest mit den Fingern von innen nach außen streichen. Wenn alles auf Schmutzpartikel und spitze Gegenstände geprüft wurde, können Schlauch und Mantel wieder eingesetzt werden.

Wem dieser Vorgang zu lange dauert, der sollte lieber auf Expressflicken zurückgreifen. Diese benötigen keinen Kleber und folglich auch keine Trocknungszeit, sondern werden einfach wie ein Aufkleber über das Loch geklebt. Dieser Komfort schlägt sich natürlich im Preis nieder. Die Haltbarkeit dieser Methode ist außerdem umstritten, weshalb sie eher als provisorische Lösung vor der eigentlichen Pannenbehebung betrachtet werden sollte. Die Verwendung von Reifendichtmitteln, die vor allem im Kfz-Bereich Anwendung finden, ist eine weitere Möglichkeit der Reparatur von Reifenpannen. Das Dichtmittel wird mithilfe eines Ventiladapters in den Schlauch eingefüllt und verteilt sich selbstständig durch Rotation des Rades. Beim Aufpumpen presst der Reifeninnendruck das Dichtmittel in die beschädigte Stelle im Schlauch und dichtet sie dauerhaft ab. Diese Methode ist auch für schlauchlose Reifen geeignet.

Fahrradflicken von billigen Herstellern lösen sich häufig schnell wieder ab oder kleben gar nicht erst richtig. Auch beim Kauf der anderen Varianten zur Pannenbehebung ist es empfehlenswert, sich von einem Fachhändler beraten zu lassen. Die Investition in ein Markenprodukt lohnt sich meist.